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    in Clausthal-Zellerfeld
        auf dem Hochplateau im OBERHARZ
Bild Farbig: Aufnahme von einem Sonderzug von Goslar nach Altenau bei Frankenscharrnhütte

Erinnerung an der wunderschönen Innerstetalbahn  Langelsheim - Altenau /Oberharz


Die Innerstetalbahn >Kursbuchstrecke 204b Spurweite 1,435mm< ist eine ehemalige wunderschöne Eisenbahnstrecke, die durch den Oberharz führte. Die zwischen den Jahren 1874 und 1914 erbaute Innerstetalbahn, auch Oberharzbahn und Harzbahn genannt, verband die ehemals freien Bergstädte des Oberharzes mit der bestehenden Eisenbahnlinie in Goslar. Bis zur Einstellung des regulären Verkehrs im Jahre 1976 zweigte die Innerstetalbahn am Bahnhof Langelsheim von der bestehenden Hauptstrecke Bad Harzburg - Goslar - Hannover ab und führte über den Haltepunkt Innerstetalsperre nach Lautenthal. Von dort aus führte die Strecke durch das Innerstetal über Bahnhof Wildemann und den Haltestellen Silbernaal-Grund - Frankenscharrnhütte nach Clausthal-Zellerfeld, von wo aus die Strecke über die Haltestelle Clausthal-Ost und den höchsten Punkt 571,787m über NN den Endbahnhof Altenau (Oberharz) erreichte. Ideen zum Bau dieser für den Bergbau wichtigen Strecke in den Oberharz gab es schon lange. Jedoch stellte das enge Innerstetal ein grosses Problem für eine Eisenbahnstrecke in Normalspur dar. Die Magdeburg - Halberstädter - Eisenbahngesellschaft war es dann, die im Jahre 1874 mit dem Bau begann und durch den Galgenberg bei Wildemann einen Tunnel von 278,20m Länge grub, der im Juli 1875 fertiggestellt wurde. Der Zugverkehr nach Clausthal konnte am 15. Oktober 1877 aufgenommen werden. 1914 wurde die Strecke dann bis Altenau verlängert. In der 100 jährigen Geschichte der Innerstetalbahn gab es sehr viele Veränderungen. Immer mehr Gruben wurden geschlossen, der 2. Weltkrieg tat sein übrigens, und Mitte der 1950er Jahre wurde die Bahnpost zwischen Goslar und Altenau eingestellt und auf den Kraftverkehr verlagert, der immer weiter anstieg. Anfang der 1960er Jahre gab es noch mal umfangreiche Baumassnahmen und Streckenverlegungen von 6,2 Km Eisenbahnlinie und 4,4 Km Landstrasse, die notwendig wurden, als durch den Bau der Innerstetalsperre das Innerstetal und damit der Bf. Lindthal geflutet wurde. Als Ersatz entstand der Hp Innerstetalsperre. Das schleichende Ende kündigte sich an, als 1967 der Bergbau in Clausthal-Zellerfeld und Lautenthal eingestellt wurde, der Güterverkehr der Innerstetalbahn dramatisch sank und letztlich seitens der Bahn eingestellt wurde. Der Personenverkehr deckte die Kosten dieser Strecke nicht mehr, und so verkündete im Zeitgeist der 1970er Jahre die Deutsche Bundesbahn die Einstellung der Innerstetalbahn. Am 29. Mai 1976 verkehrten die letzten Züge nach Fahrplan. Bild Farbig: Ein Teilstück der Innerstetalbahnstrecke heute Wander-und Fahrradweg Zum 100 jährigem Jubiläum der Streckeneinweihung Langelsheim - Clausthal befuhren am 15. und 16. Oktober 1977 noch einmal Sonderzüge mit Dampfloks die Strecke, danach wurden die Schienen der Innerstetalbahn abgerissen und die Bahnhofsgebäude verkauft. Noch heute prägen die Brücken und Viadukte der Innerstetalbahn Teile des Oberharzes. Besonders von der Bundesstrasse 242 zwischen Seesen und Clausthal - Zellerfeld sowie der alten Landstrasse zwischen Clausthal - Zellerfeld und Altenau erhält der Reisende einen Blick auf die prächtigen Bauten. Die alte Trasse der ehemaligen Innerstetalbahn dient heute als Wander- und Fahrradweg.




Ehemalige Bahnhöfe und Haltepunkte



Bahnhof (Bf) Haltepunkt (Hp) Höhenlage über NN (m) Mitte EG der Station in km Weichen einheiten Länge der Hauptgleise (m) Länge der Nebengleise (m)
Bf Langelsheim 208,207 0,279      
Hp Innerstetalsperre 265,000 5,390      
Bf Lautenthal 305,372 10,720 16 506 1,380
Bf Wildemann 408,360 17,670 8 1,030 337
Hp Silbernaal-Grund 449,144 20,060      
Bf Frankenscharrnhütte 482,703 22,120 13 459 1,019
Bf Clausthal-Zellerfeld 535,479 25,010 21 330 1,025
Hp Clausthal-Ost 563,930 26,510 6 622 505
Höchster Punkt 571,787 28,730      
Bf Altenau 478,324 33,710 16 640 540


Bauabschnitte

1. Langelsheim - Lautenthal: Kleinster Krümmungshalbmesser 190m / Grösste Neigung 1:80 / Höhenunterschied ca. 97m.

2. Lautenthal - Frankenscharrnhütte: Kleinster Krümmungshalbmesser 180m / Grösste Neigung 1:50 / Höhenunterschied ca. 177m.

3. Frankenscharrnhütte - Clausthal-Zellerfeld: Kleinster Krümmungshalbmesser 190m / Grösste Neigung 1:40 / Höhenunterschied ca. 53m.

4. Clausthal-Zellerfeld - Altenau: Kleinster Krümmungshalbmesser / Grösste Neigung 1:30 / Höhenunterschied ca. 93m vom höchsten Punkt.


Neigungsverhältnisse

Die Neigung auf der 33,71 Km Gesamtstrecke wechselt 117 Mal, von 1:30 bis 1:400. Die grösste Neigung von 1:30 lag zwischen den Hp Clausthal-Ost und Bf Altenau mit einer Länge von 2,408 Km. Nur 1,402 Km verliefen in horizontaler Lage, das sind grade einmal 4.2% der Gesamtstrecke.

Krümmungsverhältnisse

Die Strecke hatte 82 Kurven mit einer Gesamtlänge von 17,586 Km, das sind auch nur 54,7% der Gesamtstrecke.

Ehemalige Anlagen und Einrichtungen

  • 1 Tunnel 278,20 m lang in Wildemann
  • 1 Lokschuppen in Clausthal-Zellerfeld
  • 2 Drehscheiben, eine in Clausthal-Z. und eine in Altenau mit 16m Durchmesser
  • 2 Lokspeisewasserbehälter, einmal in Lautenthal und einmal in Altenau
  • 4 Wasserkräne, zweimal in Lautenthal, je einmal in Clausthal-Z. und Altenau
  • 6 Innerstebrücken aus StahlBild Schwarz/Weiss: Durchfahrt eines Zuges durch den Tunnel über das Viadukt in Wildemann Richtung Clausthal-Z.
  • 3 Hellertalbrücken
  • 4 beschrankte Wegübergänge
  • 26 unbeschrankte Wegübergänge
  • 22 Wegunterführungen
  • 9 Wegüberführungen
  • 75 Durchlässe bis 2m Durchmesser
  • 2 Blinklichtanlagen
  • 13 Bahnsteige
  • 6 Gleisanschlüsse
  • 176 verschiedene Kennzeichen
  • 3400 lfd. Meter Einfriedungen
  • 37723 qm Brandschutzstreifen


Eisenbahnen die regulär auf der Strecke Langelsheim-Altenau ihren Dienst taten


Bild Farbig: Gifanimiertes rot/schwarzes Abfahrtsignal Bild Farbig: Gifanimierte schwarz/rote Lokomotive




Magdeburg 1443 “ Diese Lokomotive der Bauart B1n2t war 1877 von der Berliner Maschinenbau AG (vormals Schwarzkopff ) gebaut.
“ Mag 1401 “ Diese Lokomotive wurde von der Firma Henschel nach dem Musterblatt III-4i Bauart T5.1 gebaut. Ihre Betriebsnummer wurde 1906 zu “ Mag 6601 “ umbenannt.
Im Jahr 1907 fahren vor allem Tenderlokomotiven der Gattung T2 Bauart B1n2 gebaut ab 1881, T5 Bauart Cn2 gebaut ab 1896 , T9 Bauart C1n2 gebaut ab 1892 (Langenschwallbach) , T13 Bauart Dn2 gebaut ab 1894 (Hagans) in den Oberharz. Die T2 wurde vorrangig im Verschiebedienst eingesetzt, verrichtete aber auch als Vorspannlokomotive der T5 auf der Innerstetalbahn ihren Dienst. Zwischen Langelsheim und Altenau kamen vorrangig die T5 und T13 zum Einsatz.
Ab 1909 kamen Personenwagen der Bauart “ Langenschwallbach “
(Gattung BC4iPr09) zum Einsatz. 1911 wurden weitere Personenwagen der Bauart “ Langenschwallbach “ (Gattung 4itrPr11) eingesetzt. Diese Personenwagen wurden lange Zeit auf der Innerstetalbahn eingesetzt.
Verbundlokomotive P4.2 (Bei der DRG als Baureihe 36.0-4 geführt) Diese von 1898 bis 1910 gebaute Lokomotive konnte mit einer deutlich höheren Zuglast aufwarten. 1922 baute Borsig speziell für den Einsatz auf Steilstrecken erstmals 10 Lokomotiven der Gattung T20 mit der Achsenfolge  1`E1`. Sie wurden bereits nach dem neuen Nummernschema der DRG 95001-010 in Dienst gestellt. Zwei Lokomotiven gingen direkt nach Goslar für Erprobungsfahrten auf der steigungsreichen Innerstetalbahn. Ab 1928 erhielt Goslar neue Lokomotiven der Baureihe 64. Die Baureihe 64132-137 stammen 1928 von Orenstein + Koppel . Mit der 1929 zuletzt eintreffenden 64131, die von Linke + Hofmann angeliefert wurde, war der Goslarer 64er Bestand komplett. Vor Personenzügen kam diese Baureihe neben der bei der Reichsbahn als BR91 eingereihten Gattung T9.3  Bauart 1Cn2 gebaut ab 1900 auf der Oberharzer Strecke zwischen Langelsheim und Altenau zum dauerhaften Einsatz. Die in grosser Stückzahl ab 1909 gebauten T13 der Bauart Dn2 (DRG Baureihe 92.5) (Union) hatte auch ihren Einsatz auf der Innerstetalbahn. Die T14.1 (BR93.5) der Bauart 1´D1´h2 gebaut ab 1918 wurde Anfang der Zwanziger Jahre erstmals in Goslar heimisch und konnte in den folgenden Jahren auf der Strecke nach Altenau im dauerhaften Einsatz beobachtet werden.
Im Jahr 1949 wurde offiziell die Deutsche Bundesbahn gegründet. Um 1949 kam mit der 64017 wieder eine Vertreterin der Einheitsbaureihe 64 nach Goslar. Sie wechselte aber schnell mit der 64081, die jedoch 1952 wieder zurück nach Braunschweig ging. Aus den dreissiger Jahren fand sich dafür die aus Soltau kommende 64135 in Goslar wieder. Erst mit der Übernahme des 64er Bestandes aus Seesen sollte die Baureihe 64 in Goslar nochmals wieder aufleben. Die Übernahme von 64080 / 64512 / 64461 / 64096 und 64414 vollzog sich bis 1954. Ab 1956 verdrängte der Verbrennungstriebwagen der Baureihe VT98 die Baureihen BR91.3 - 18 , 64 , 86 und 93. Am Ende übernahm die Baureihe BR50 Bauart 1En2 und V100 den Güterverkehr, Baureihe ETA150 (Baureihe 515), VT98 , BR627 den Personenverkehr in den Oberharz Langelsheim - Altenau.Bild Farbig: Roter Triebwagen Am 30.05.1976 war die Dampflokomotivenzeit in Goslar vorbei. Zeitgleich wurde auch der Zugbetrieb auf der wunderschönen Innerstetalbahn eingestellt. Als Nichteisenbahner hoffen wir das uns hier keine groben Fehler unterlaufen sind.


Links zur Innerstetalbahn Oberharz



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